Teemischungen selber machen

Teemischungen selber machen

Passend zur Jahreszeit setze ich mich heute genauer mit dem Thema Teemischungen auseinander und werde euch unter anderem folgende Fragen beantworten: Wie kann ich meine eigene Kräuter-Teemischung zusammenstellen? Worauf sollte ich bei der Auswahl der Kräuter achten? Wie soll ich meine Teemischung am besten lagern? Wie lange sind selbstgemachte Teemischungen haltbar?

Auswahl der Kräuter für eine Teemischung

Grundsätzlich können einfach verschiedene getrocknete Kräuter miteinander vermengt werden. Bei ungünstigen Kombinationen ergibt sich aber eventuell ein merkwürdiger Geschmack oder es wird nicht das Optimum der Wirkstoffe herausgeholt oder größere Mengen entmischen sich beim Lagern (kleine oder schwere Teilchen setzen sich unten ab).

Kräuter können sich sehr gut in ihren Wirkungen ergänzen und sich gegenseitig geschmacklich und optisch aufwerten. Daher sollte Folgendes beachtet werden:

Für eine Teemischung sollten maximal 7 verschiedene Kräuter verwendet werden. In der Regel reichen schon 3-4 Kräuter aus. Bei einer Mischung von mehr als 7 Kräutern ist nämlich nicht mehr genug vom einzelnen Kraut vorhanden und die Wirkung kann sich somit nicht voll entfalten.

Hauptkräuter

Als Hauptmittel verwendet man 1-3 Kräuter je Teemischung. Diese bestimmen die Hauptwirkung und sind meist in relativ großen Mengen in der Mischung vorhanden.

Entweder will man eine ganz bestimmte Wirkung erzielen und verwendet aus diesem Grund Hauptkräuter, die die gleiche Wirkung haben (in gleicher Art und Weise, mit gleichen Inhaltsstoffen), wie z.B. Anis, Fenchel und Kümmel gegen Blähungen.

Oder man will eine breitere Wirkung erzielen und verwendet daher Hauptkräuter, die sich in ihrer Wirkung ergänzen wie z.B. bei einer Erkältung: Lindenblüten fürs Schwitzen, Mädesüß gegen Fieber und Schmerzen und Thymian gegen Husten.

Die meisten ungiftigen Kräuter mit guter Heilwirkung eignen sich als Hauptkräuter.

Ergänzungskräuter

Die restlichen Kräuter in der Teemischung sind so genannte Ergänzungskräuter und dienen der Geschmacksverbesserung, der optischen Verbesserung oder der Stabilisierung.

Geschmacksverbesserung: viele wohlschmeckende Kräuter haben eine gute eigene Heilwirkung wie z.B. Minze in einem Verdauungstee, Melisse in einem Beruhigungstee und Fenchel in einem Husten- oder Blähungstee.

Optische Verbesserung: Hier ist die Wirkung nebensächlich, daher verwendet man diese Kräuter in Teemischungen meist nur in sehr geringer Menge, z.B. Hagebutten, Hibiskusblüten, Johanniskrautblüten, Kamillenblüten, Klatschmohn, Kornblume, Lavendelblüten, Malvenblüten, Ringelblumenblüten, Rosenknospen.

Stabilisierung: Flauschige, ein wenig wollige Pflanzenteile verhindern die Entmischung von Teemischungen und binden die Pflanzenteile in der Gesamtmischung. Hierzu eignen sich z.B. Beifuss, Ehrenpreis, Gänsefingerkraut, Hamamelis, Himbeerblätter, Huflattich, Salbei und Spitzwegerich. Diese Kräuter machen 10-20 % der Teemischung aus.

Blütenernte-Steiermarkgarten

Teemischung machen

Nachdem die entsprechenden getrockneten Kräuter ausgewählt wurden, werden sie in einer Schüssel oder einem großen Schraubdeckelglas gründlich durchgemischt. Anschließend die gleichmäßige Teemischung in den endgültigen Aufbewahrungsbehälter abfüllen.

Die verschiedenen Pflanzenteile sind nicht gleich schwer (Blüten und Blätter sind leichter als Wurzeln), daher empfiehlt sich eine Mengenangabe in Gewichten anstatt in Volumen. Am präzisesten ist eine Angabe der Mengen in Gramm. Als Gesamtmenge finden meist runde Summen, z.B. 50 g oder 100 g Verwendung. Alternativ kann die Mengenangabe auch in „Teilen“ erfolgen, z.B. „Mische zu gleichen Teilen.“

Lagerung von Teemischungen

Die Lagerung erfolgt idealerweise in einem Glasgefäß oder einer dunklen Dose bzw. ähnlichen Lebensmittel-echten Behältern. Wichtig ist, dass die Teemischung trocken gelagert wird und keine Feuchtigkeit dazukommt. Die Farbe von Blättern und Blüten bleibt nur gut erhalten, wenn sie vor Licht geschützt werden.

Es empfiehlt sich die Zusammenstellung der Kräuter (verwendete Kräuter und Mengenangaben) und gegebenenfalls die Art der Anwendung (Aufguss, Kaltwasserauszug, Abkochung) sowie die Menge der Anwendung (in der Regel 1-2 normale, nicht gehäufte Teelöffel getrocknete Pflanzenteile pro 200 ml Wasser) aufzulisten.

Teepackungen-Lagerung-Steiermarkgarten

Haltbarkeit von Teemischungen

Grundsätzlich können Teemischungen nicht kaputt werden oder ablaufen. Allerdings verringern sich mit der Zeit die wertvollen Inhaltsstoffe der Kräuter. Will man sich die Heilwirkung der Pflanzen zu Nutze machen, sollte man sie also innerhalb von 1-1,5 Jahren aufbrauchen.

Wir trinken sehr gerne Tee. Sowohl zum Genuss, als auch für unsere Gesundheit. Aus diesem Grund kultiviere ich in unserem Garten gezielt jene Kräuter, deren Heilwirkungen wir nutzen möchten und mache unsere Teemischungen selbst. So brauche ich keinen Tee bzw. getrocknete Teekräuter kaufen, weiß genau wo die Kräuter herkommen, dass sie „Bio“ sind und ich belasse die Pflanzenteile gröber als in den meisten gekauften Mischungen. Das hat den Vorteil, dass die Wirkstoffe möglichst gut erhalten bleiben bis sie in die Teetasse kommen. Erst direkt bevor sie mit heißem Wasser übergossen werden, werden sie mit den Fingern zerbröselt und in ein Tee-Ei gefüllt. Teebeutel in pulverisierter Form beinhalten nämlich kaum noch Wirkstoffe und eignen sich als reine Genuss-Tees ohne gesundheitliche Wirkung.

Explosionsboxen als Geschenk

Für Weihnachten habe ich einige selbstgemachte Teemischungen als Geschenk hübsch in Explosionsboxen verpackt.

Explosionsboxen-Weihnachten-Steiermarkgarten

Dieser Beitrag ist Teil der Reise durch den Advent von der lieben Nicole von niwibo. Den gestrigen Beitrag zum 13.12. findet ihr bei Eva-Maria von Schwabenfrau. Morgen zum 15.12. findet ihr bei Gundi von papierelle den nächsten Beitrag zur Reise durch den Advent.

Ich wünsche euch noch eine bezaubernde Adventszeit und sende liebe Grüße,

Zum Pinnen:

Teemischung-selber-machen-Pin-Steiermarkgarten

Dieser Beitrag hat 10 Kommentare

  1. Ich bin zwar kein Teetrinker, aber selber gemachte Teemischungen schmecken bestimmt sehr lecker. Muss ich auch mal ausprobieren. Vielleicht werde ich dann doch noch zum Teetrinker:)
    Liebe Grüße,
    Christine

  2. papierelle

    Ich liebe Tee!!!! Und ich habe mir auch schon eigene Mischungen gemacht. bei Euch habe ich jetzt
    noch viele schöne Tipps bekommen. Vielen Dank dafür und eine schöne Adventszeit.
    LG GUndi

  3. Liebe Gundi,
    das freut uns sehr, danke für dein Kommentar!
    Ebenfalls noch eine schöne Adventszeit und liebe Grüße,
    Carina und Petra

  4. Liebe Christine,
    wahrscheinlich ja, du musst es einfach mal probieren 🙂
    Liebe Grüße,
    Carina und Petra

  5. niwibo

    So Ihr Lieben, nun komme ich auch endlich zum Kommentieren.
    War bis heute morgen im Urlaub und am Handy hat das leider nicht geklappt.
    Warum auch immer.
    Euren Tee kenne ich ja schon, ein kleiner Rest ist noch im Tütchen, den hebe ich mir noch ein wenig auf.
    Aber interessant, so viel Neues über die Herstellung zu erfahren.
    Euch noch eine wunderschöne restliche Adventszeit,
    lieben Gruß
    Nicole

  6. Liebe Nicole,
    es muss ja nicht immer sofort sein und Urlaub ist Urlaub. Danke jedenfalls für deinen Besuch und vor allem für die perfekte Organisation, wie immer!
    Dir ebenfalls noch eine wunderbare Adventszeit und liebe Grüße,
    Carina und Petra

  7. Anni

    Welch schöne Idee mit der kleinen Tee-Auszeit!

    Herzliche Grüße
    Anni

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