Gemüsebeet richtig mulchen

Gemüsebeet richtig mulchen

  • Beitrags-Kategorie:Garten
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In meinem ersten Beitrag über Mulchen habe ich unter anderem die vielen Vorteile dieser natürlichen Methode beschrieben. Ich persönlich habe die größte Veränderung in meinem Gemüsegarten gesehen. Dieser ist durchs Mulchen viel pflegeleichter geworden. Der Boden ist nun lockerer und die Erde wimmelt von Regenwürmern. Ich muss kaum noch gießen, düngen und Unkraut zupfen. Allerdings hat es nicht auf Anhieb so gut geklappt, weil ein paar Dinge zu beachten sind. Diese will ich euch heute im Detail erläutern und meinen Erfahrungsbericht teilen.

Das passende Mulch-Material fürs Gemüsebeet

In meinem Beitrag über verschiedenste Mulchmaterialien habe ich schon erklärt, dass Grünschnitt bzw. Rasenschnitt ideal zum Mulchen von Gemüse geeignet ist. Grünes, frisches Material ist nämlich stickstoffreich und wird schnell zersetzt. Das Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff (C:N-Verhältnis) liegt bei etwa 10:1. Der große Vorteil bei Rasenschnitt bzw. Grasschnitt ist, dass dieses Material beim Rasen Mähen automatisch anfällt und somit leicht verfügbar ist.

Grünschnitt bzw. Rasenschnitt ist perfekt zum Mulchen im Gemüsebeet geeignet

Die optimale Mulch-Menge im Gemüsebeet

Frischer Rasenschnitt bzw. Grasschnitt verklumpt und fault, wenn man ihn zu dick schichtet. Daher wird oft empfohlen nur eine dünne Mulch-Schicht aus diesem Material auszubringen.

Meine persönliche Erfahrung

Ich habe mir diese Empfehlung zu Herzen genommen und bei meinem ersten Mulchen im Gemüsebeet eine dünne Schicht Grasschnitt in meinen Hochbeeten verteilt. Leider konnte ich dadurch überhaupt keine Mulch-Wirkung oder irgendwelche Vorteile feststellen. Stattdessen hatte ich eine riesen Arbeit mit Unkraut zupfen, weil unser Rasen unter anderem voll von Unkrautsamen ist.

Im Internet habe ich dann irgendwo gelesen, dass man nur unkrautfreien Rasenschnitt verwenden kann. Das ist bei mir unmöglich, weil sich laufend Unkrautsamen von der nächstgelegenen Wildwiese in meinem Garten ausbreiten. Ich hindere sie auch nicht wirklich daran, weil Unkräuter / Wildkräuter ebenso auf meinem Speiseplan stehen wie Kulturkräuter und -gemüse.

Daraufhin habe ich mich auf die Suche nach alternativem Mulch-Material für meinen Gemüsegarten gemacht. Dabei bin ich auch fündig geworden und kann z.B. Elefantengras-Mulch* zusammen mit Hornspänen* oder Schafwolle* mit Schafwoll Pellets* empfehlen. Bei „mein schöner Garten“ findet ihr hier einen interessanten Artikel über das Düngen und Mulchen mit Schafwolle. Diese Mulch-Materialien eignen sich insbesondere für alle, die am Balkon gärtnern, keinen Rasenschnitt bzw. keine ausreichende Menge an Grünschnitt zur Verfügung haben und trotzdem nicht auf die tollen Vorteile von Mulchen verzichten wollen.

Nachdem ich in meinem Garten aber ausreichend Rasenschnitt zur Verfügung habe, wollte ich es einfach nicht hinnehmen, dass dieser scheinbar nicht fürs Mulchen meiner Gemüsepflanzen geeignet ist. Außerdem ist es für meine immer größer werdende Fläche des Nutzgartens nicht gerade billig alternatives Mulchmaterial anzukaufen. Also habe ich es nochmal probiert. Diesmal mit einer dickeren Schicht Grasschnitt (ca. 5 cm), die ich nach und nach weiter verdichtet habe und es hat prima funktioniert! Das mit dem unkrautfreien Rasenschnitt ist also Quatsch, man muss nur eine ausreichend dicke Mulchschicht nehmen, so dass den Unkrautsamen das Licht zum Wachsen fehlt. Damit es nicht zur Fäulnis kommt, habe ich einige Tipps:

Die Mulch-Schicht im Gemüsebeet sollte ausreichend dick sein, damit kein Unkraut wachsen kann. Indem man braunes Mulch-Material untermischt oder die Mulch-Schicht immer wieder antrocknen lässt und ergänzt, kann man Fäulnis vorbeugen.

Mulchen im Gemüsebeet: So klappt es garantiert

Den Rasenschnitt vor dem Mulchen etwas antrocknen lassen. Idealerweise bringt man ganz frischen Grasschnitt an einem sonnigen bzw. trockenen Tag aus. Das sollte eigentlich kein Problem sein, weil man vermutlich eh nur an solchen Tagen Rasen mäht.

Beim ersten Mulchen maximal 5 cm reinen Grasschnitt rund um die Gemüsepflanzen auftragen. Sobald diese Schicht welkt, weiteres Material dazugeben. In Summe hat sich bei mir eine ca. 5-10 cm dicke Schicht bewährt.

Am besten wird das grüne, frische Material mit braunem Material wie zum Beispiel Holzhäcksel, Strohhäcksel oder Laub gemischt. Dadurch wird das C:N-Verhältnis verbessert, der Mulch verrottet etwas langsamer und die Mulchschicht im Gemüsebeet wird besser durchlüftet.

Sobald ein Teil der Mulchschicht verrottet ist, sollte sie wieder mit frischem Material aufgefüllt werden. Der Boden im Gemüsegearten sollte ganzjährig mit einer mindesten 5 cm (besser 10 cm) dicken Mulchschicht bedeckt sein.

Bei der Aussaat oder Pflanzung von Gemüse wird die Mulch-Schicht einfach beiseite geschoben und später wieder direkt um die Pflanzen geschichtet.

Auch Gemüse im Topf kann man mit Grünschnitt bzw. Rasenschnitt mulchen und somit weniger gießen und düngen.

Einfache Tipps zum erfolgreichen Mulchen im Gemüsebeet

  • Je kleiner das Mulchmaterial, desto besser kann man es um die Pflanzen im Gemüsebeet verteilen und umso leichter verrottet es.
  • Nicht immer alles kompostieren, sondern Pflanzenteile einfach auf dem Gemüsebeet liegen lassen. Insbesondere von Herbst bis Frühjahr abgestorbenes Material direkt auf den abgeernteten Beeten liegen lassen. Die Mulchschicht darf in diesem Zeitraum dicker sein, sie schützt den Boden vor Frost.
  • In meinem allgemeinen Beitrag über Mulch habe ich schon von der goldenen Mulch-Regel geschrieben: „Die Erde darf nie die Sonne sehen“.

Liebe Grüße,

Unterschrift-Carina

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