Der Herbst schenkt uns noch einmal so viel: warme Sonnenstrahlen, reife Ernte, bunte Blätter und die Möglichkeit, Vorräte für die kältere Jahreszeit anzulegen. Ich koche in dieser Zeit gerne Suppen ein, mache Suppenwürze und stelle meine eigenen Teemischungen zusammen. Meine selbst gemachte Gemüsekraftbrühe schmeckt nicht nur gut, sondern wärmt und gibt Kraft.
In diesem Beitrag teile ich mein bewährtes Rezept mit dir. Außerdem erzähle ich dir, warum für mich hinter dem Vorratmachen mehr steckt als die Freude an selbst gemachten Lebensmitteln: Vorsorge ist eine Form von Selbstfürsorge.
„Ich sorge für mich, bevor ich mich brauche“
Dieser Gedanke begleitet mich, seit ich vor vielen Jahren eine schwere Krise überwunden habe. Und Vorsorge kann mit etwas so Einfachem wie einer Gemüsebrühe beginnen.
Wenn ich Gemüse verarbeite, Kräuter trockne oder meine Vorratsgläser fülle, tue ich etwas für mein zukünftiges Ich. An einem kalten Wintertag habe ich dann schon etwas vorbereitet, auf das ich zurückgreifen kann. Ich mache diese Vorräte nicht aus Angst vor dem Winter. Ich mache sie, weil ich auch in der kalten Jahreszeit gut für mich sorgen möchte.
Das klingt nach einer Kleinigkeit. Und genau das ist es auch. Aber manchmal sind es genau diese kleinen Dinge, die im Alltag einen Unterschied machen. Nicht, weil sie unser Leben auf einmal verändern, sondern weil sie uns unterstützen. Für mich ist Vorsorge ein Teil von Selbstverbundenheit.
Eine warme Brühe – mehr als nur eine Mahlzeit
Suppen haben in unserer österreichischen Esskultur eine lange Tradition. Sie waren oft ein einfaches, sättigendes Essen, das mit saisonalen Zutaten zubereitet werden konnte. Gleichzeitig gehörten kräftige Suppen zu besonderen Anlässen und wurden traditionell auch in Zeiten der Erholung und Regeneration geschätzt. Heute noch gelten etwa Hühnerkraftsuppen als Medizin zu Stärkung nach Krankheiten. Auch in anderen Kulturen wie der Traditionellen Chinesischen Medizin spielen Suppen eine wichtige Rolle.
Vielleicht kennst du das selbst: den Duft einer frisch gekochten Suppe, der sich in der Küche ausbreitet. Eine dampfende Schüssel an einem kalten Tag. Oder eine kräftige Brühe, wenn man sich nach etwas Einfachem und Warmem sehnt.
Ich mag diesen Gedanken, Essen nicht nur als etwas zu sehen, das uns satt macht, sondern auch als eine Möglichkeit, bewusst für uns zu sorgen. Dabei muss es gar nicht aufwendig sein. Eine selbst gekochte Gemüsebrühe, ein wärmendes Gericht oder eine Tasse Tee können kleine, wohltuende Bestandteile unseres Alltags sein. Für mich gehört genau das zu einem naturverbundenen Leben: die Jahreszeiten wahrzunehmen, Lebensmittel bewusst zu verarbeiten und das zu nutzen, was die Natur gerade schenkt.
Selbstfürsorge beginnt nicht erst, wenn nichts mehr geht
Wir sprechen viel über Selbstfürsorge: über Pausen, Entspannung und Achtsamkeit. Das ist alles wichtig. Ich glaube aber, dass Selbstfürsorge früher beginnen darf. Nicht erst, wenn wir nachts nicht mehr abschalten können, uns schon morgens müde fühlen oder uns selbst kleine Aufgaben zu viel werden.
Sondern schon dann, wenn die Tage besonders voll sind. Wenn kaum Zeit für dich bleibt. Wenn du immer wieder über deine Grenzen gehst, weil noch so viel zu erledigen ist und andere etwas von dir brauchen.
Dann helfen diese Fragen:
- Was brauche ich gerade wirklich?
- Was würde mir die nächsten Tage erleichtern?
- Wo kann ich mir bewusst etwas Druck herausnehmen?
- Was kann ich heute tun, damit ich morgen gut für mich sorgen kann?
Das kann ein vorbereitetes Essen im Kühlschrank sein, ein freier Abend im Kalender oder eine Aufgabe, die bis morgen warten darf. Es kann auch heißen, rechtzeitig Nein zu sagen, bevor die Kraft aufgebraucht ist. Es geht nicht darum, noch mehr auf die To-do-Liste zu setzen. Es geht darum, dich selbst bei all dem, was du tust, nicht zu vergessen.
Wenn du einen leichten Einstieg suchst: In meinem kostenlosen Mini-Guide „5 kleine Wege zu mehr Selbstverbundenheit“ findest du fünf einfache Impulse für Frauen, die viel funktionieren. Zum Ausprobieren, ohne dass etwas Neues auf deiner To-do-Liste landet.
Selbstverbundenheit heißt für mich, mich im Alltag nicht zu verlieren. Meine Bedürfnisse wahrzunehmen, meine Grenzen ernst zu nehmen und Entscheidungen nicht nur danach zu treffen, was andere erwarten.
Das ist nicht immer selbstverständlich. Gerade Frauen, die viel Verantwortung tragen, organisieren und für andere da sind, merken oft erst spät, dass sie selbst zu wenig Raum haben. Sie haben gelernt durchzuhalten und Lösungen zu finden, auch wenn die Kraft eigentlich schon aufgebraucht ist.
Dabei musst du nicht erst an deine Grenzen kommen, um etwas zu verändern. Du kannst früher hinschauen und spüren, was dir guttut und was dich Kraft kostet. Manchmal beginnt das mit einer bewussten Pause oder einer neuen Entscheidung. Nicht jede Form der Vorsorge lässt sich in ein Glas füllen. Aber jede kleine Entscheidung, mit der du dich selbst mitdenkst, kann ein Anfang sein.
Rezept für meine Gemüsekraftbrühe
Zutaten:
- 4 Karotten
- 1 große Zwiebel
- 2 Stangen Lauch
- 1 Rote Bete
- 1 Pastinake
- 1/2 Knollensellerie
- 1 daumengroßes Stück Ingwer
- 2 Lorbeerblätter
- 2 Handvoll (Wild-)kräuter, z.B. Rosmarin, Schafgarbe, Thymian, Oregano, Bohnenkraut, Beifuß, Petersilie
- Salz oder Suppenwürze
- Wasser, ca. 4 Liter
Du kannst die Zutaten nach Belieben variieren, zum Beispiel mit Kürbisstücken oder Süßkartoffeln. Fehlt dir eine Zutat wie die Pastinake, lässt du sie einfach weg. Die Rote Bete färbt die Brühe kräftig rot.
Schritt für Schritt Anleitung:
- Rote Bete und Knollensellerie schälen und in kleinere Stücke schneiden. Die restlichen Zutaten waschen und ebenfalls klein schneiden.
- Alles in einen großen Topf geben und mit kaltem Wasser auffüllen, sodass das Gemüse eben mit Wasser bedeckt ist.
- Aufkochen lassen, gut umrühren und anschließend die Temperatur zurückstellen.
- Etwas 4–6 Stunden bei geschlossenem Deckel köcheln lassen.
- Zum Schluss die Flüssigkeit durch ein Sieb mit einem Geschirrtuch abgießen.
Im Kühlschrank hält die Brühe ca. 3 Tage. Bewährte Methoden zum Haltbar Machen findest du in diesem Beitrag.
Vielleicht hast du selbst einen Vorratsschrank, in dem sich im Herbst Gläser mit selbst gemachten Lebensmitteln sammeln. Ich finde es schön, wenn wir diese praktischen Fähigkeiten wieder mehr in unseren Alltag holen. Sie bringen uns nicht nur näher an die Natur und ihre Rhythmen. Sie können uns auch daran erinnern, dass wir nicht alles erst dann organisieren müssen, wenn wir es dringend brauchen.
Du darfst auch für dich selbst vorsorgen
Vielleicht erkennst du dich in diesem Gedanken wieder: Du kümmerst dich um vieles, denkst für andere mit und hältst den Alltag am Laufen. Du weißt, wie wichtig es wäre, besser auf dich zu achten, und kommst trotzdem immer wieder zuletzt.
Dann möchte ich dich daran erinnern: Du musst nicht warten, bis gar nichts mehr geht, um etwas zu verändern. Du darfst schon jetzt wahrnehmen, was dir fehlt. Du darfst deine Bedürfnisse ernst nehmen, Grenzen setzen und dir Unterstützung holen. Du musst nicht erst völlig erschöpft sein, damit es einen guten Grund gibt, etwas für dich zu tun.
In meiner 1:1 Begleitung unterstütze ich Frauen dabei, sich selbst wieder bewusster wahrzunehmen, belastende Muster zu erkennen und einen Alltag zu gestalten, in dem sie selbst nicht ständig zu kurz kommen. Wir schauen gemeinsam hin: Was kostet dich Kraft? Was brauchst du? Und was darf sich verändern, damit du nicht nur für alles andere funktionierst, sondern auch mit dir selbst verbunden bleibst?
In einem kostenlosen, unverbindlichen Kennenlerngespräch besprechen wir, wo du gerade stehst und ob meine Begleitung zu dir passt. Du kannst heute schon etwas für dich tun, das dich morgen trägt. Und manchmal beginnt es mit einem einzigen kleinen Schritt.
Liebe Grüße,