Gemüseanbau – 5 Tipps für eine ertragreiche Ernte

Gemüseanbau – 5 Tipps für eine ertragreiche Ernte

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  • Lesedauer:6 min Lesezeit

Je nach Wetterlage starte ich mit dem Gemüseanbau Anfang Februar in meinen Hochbeeten (dank selbstgebauter Hochbeet-Überdachung) bzw. im März im Gemüsebeet im Freiland. Die meisten Pflanzen ziehe ich selbst aus Samen, manche kaufe ich aber auch als Jungpflanzen zu, insbesondere wenn ich nicht so große Mengen benötige.

Ihr wollt auch schon voll durchstarten? Perfekt – hier sind meine Tipps für eine ertragreiche Gemüseernte.

1. Startkapital Boden

Damit die ersten Samen alle Nährstoffe bekommen, die sie für ein starkes Wachstum benötigen, gilt es die Beete rechtzeitig vorzubereiten.

Wenn ihr zum ersten Mal Gemüse anbauen wollt, schaut euch doch mal meinen Beitrag über den Anbau und die Befüllung von Hochbeeten bzw. meinen Beitrag über die Anlage eines Gemüsebeets an.

Meine Hochbeete habe ich im Herbst mit Ästen, Laub, Schnittgut und weiterem Pflanzenmaterial aufgefüllt, das zu dieser Zeit gerade angefallen ist. Jetzt kommt noch eine 2-3 cm dicke Schicht Komposterde darauf und der Rest wird mit Gartenerde aufgefüllt.

Im Gemüsebeet habe ich abgeerntete Pflanzenreste direkt als Mulchdecke liegen lassen. Wieso Mulchen einen gesunden Boden fördert erfährt ihr in diesem Beitrag. Jetzt wird eine Schicht gut verrotteter Kompost aufgetragen und leicht mit einer Gartenkralle* eingearbeitet. Hier beginne ich mit der Kultivierung frühestens Ende März, weil der Boden im Vergleich zu jenem in den Hochbeeten noch viel kälter ist. Bis dahin hat sich der Boden dann auch gelockert und gesetzt.

Alternativ kann man nach der Ernte im Herbst auch eine Gründüngung säen. Der Boden eines Gemüsebeets sollte nämlich nie leer stehen. Damit verhindert man die Ausbreitung von Unkraut, der Boden wird durchgängig mit den nötigen Nährstoffen versorgt und tiefgründig gelockert. Also entweder Mulchen oder eine Gründüngung verwendem.

Stratkapital-Boden-Steiermarkgarten

2. Einen Pflanzplan zeichnen

Nachdem man sich überlegt hat, welche Gemüsesorten man im eigenen Garten – je nach Geschmacksvorlieben und vorhandenem Platz zur Kultivierung – anbauen möchte, sollte man einen Anbauplan skizzieren. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass unterschiedliche Pflanzensorten unterschiedliche Nährstoffbedürfnisse haben und sich nacheinander oder nebeneinander gesetzt, positiv bzw. negativ beeinflussen. Ihr findet am Blog auch einen eigenen Beitrag über verschiedenste Pflanzenbedürfnisse (FruchtwechselFruchtfolgeMischkultur und gute Nachbarschaften).

Außerdem lässt sich die Bewirtschaftung über die gesamte Gartensaison so besser planen. Mit der richtigen Einteilung, passenden Vor-, Haupt- und Nachkulturen sowie Folgesaaten kann man die ganze Saison über frisches Gemüse ernten.

Pflanzplan-Hochbeete-Steiermarkgarten

3. Das passende Saatgut

Will man Saatgut aus dem Vorjahr verwenden, empfiehlt es sich eine Keimprobe zu machen. Ich gebe dazu ein paar Lagen Küchenpapier auf einen großen Teller, streue je Gemüsesorte ca. 20 Samen darauf und befeuchte sie. Danach bedecke ich den Teller mit einer Klarsichtfolie und stelle ihn an einen warmen Ort, z.B. auf die Fensterbank. Das Papier muss immer feucht bleiben, die Samen dürfen aber nicht im Wasser schwimmen und es sollte immer wieder – zumindest täglich – gelüftet werden. Keimen nach 1-2 Wochen (bei der Keimdauer sollte man sich nach den Verpackungsangaben richten) ca. 75% der Samen, verwende ich sie ganz normal wieder. Keimen nur mehr 50%, säe ich das Saatgut konzentrierter in den Beeten. Keimen weniger als 50%, kaufe ich neues.

Beim Kauf von neuem Saatgut muss sich jeder selbst entscheiden, worauf er Wert legt – Bio, Standard, Zertifiziertes Saatgut, pilliertes Saatgut, Saatbänder, u.s.w.

Saatgut-Collage-Steiermarkgarten

4. Zeitplan

Je nach Gemüsesorte variiert der perfekte Zeitpunkt bzw. Zeitraum für die Aussaat. Manche Sorten wie Tomaten, Paprika und Kürbisgewächse benötigen sogar einige Monate Vorlaufzeit bevor sie ins Freiland gesetzt werden können. Zu den Frühstartern in meinen Beeten zählen Radieschen, Salat, Karotten, Lauch, Wurzelpetersilie und Erbsen. Feldsalat (Vogerlsalat) lasse ich im Hochbeet überwintern.

Ich vermerke in meinem Kalender auch gleich passende Zeitpunkte für Folgesaaten. Radieschen säe ich z.B. alle 4-6 Wochen und garantiere damit eine laufende Ernte über den ganzen Sommer.

Ich kann mit der Kultivierung in meinen Hochbeeten schon zeitig starten, weil ich sie als Frühbeete verwende. An warmen Tagen muss unbedingt gelüftet werden, sonst werden die Pflänzchen kümmerlich und anfälliger für Krankheiten. Das Gemüsebeet wird erst später bepflanzt, wenn sich der Boden schon besser erwärmt hat.

Bei der Aussaat richte ich mich zusätzlich nach dem Mondkalender. Zumindest berücksichtige ich folgende Grundregel: Wurzelpflanzen, wie z.B. Karotten, Radieschen, Sellerie, Wurzelpetersilie und Zwiebeln (Pflanzen, die ihre Früchte unterirdisch ausbilden) säe ich bei absteigendem Mond, alle anderen bei aufsteigendem Mond (Pflanzen, die ihre Früchte oberirdisch ausbilden). Kopfsalat ist die Ausnahme. Dieser wächst zwar nach oben, wird aber auch bei abnehmendem Mond gesät. Immerhin beeinflusst der Mond sogar Ebbe und Flut, also wird schon was dahinter stecken, oder?!

Hochbeet-mit-Dach-selber-machen-Steiermarkgarten

5. Ein bisschen Pflege, Füße hoch und genießen

Wer die vorigen Punkte beachtet, muss nach der Aussaat in der Regel nicht mehr viel Zeit für die Gemüsebeete aufwenden.

Gießen: Ich habe eine automatische Bewässerung installiert. Dadurch werden die Pflanzen gleichmäßig und mit Tröpfchen bzw. einem feinen Wasserstrahl versorgt. Mit diesem Bewässerungscomputer* steuere ich ganz bequem die Bewässerung im kompletten Garten. Er ist nicht gerade ein Schnäppchen, aber nach mehrjährigem Einsatz bin ich sehr zufrieden damit und kann ihn empfehlen. Dazu habe ich noch einen Wasserverteiler* gekauft, der ebenfalls sehr gute Dienste leistet. Außerdem habe ich einen Viereckregner* und Micro-Drip-System* im Einsatz.

Mulchen, Mulchen, Mulchen: Der moderne Gärtner weiß, dass Mulchen viele Vorteile und Zeitersparnis mit sich bringt. Es ist Unkrautbremse und Wassersparer zugleich, und versorgt den Boden – je nach Mulchmaterial – mit Nährstoffen.

Rechtzeitig Ernten: Die meisten Gemüsesorten werden nicht besser, je länger man sie im Beet stehen lässt. Sie platzen, schießen und werden weniger genießbar. Besser sofort ernten, sobald sie reif sind und dadurch auch wieder Platz für Folgesaaten schaffen.

Zum „Fine Tuning“ zählen DüngenAnhäufeln u.s.w.

Pflanzen-in-Hochbeet-Steiermarkgarten

Habt ihr noch weitere Tipps zum Gemüseanbau? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Liebe Grüße,

Zum Pinnen:

Gemueseanbau-Tipps-ertragreiche-Ernte-Pin-Steiermarkgarten

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Dieser Beitrag hat 22 Kommentare

  1. Euer Gemüse sieht köstlich aus…ich bin ja keine Gemüsegärtnerin, aber Sprossen hab ich grad auch in meiner Box stehen. 😉
    Ein nettes Wochenende wünscht euch Marita

  2. Das ist ja toll, so viel eigenes Gemüse. In meinem alten Garten habe ich den Gemüseanbau eingestellt, weil ich zum Teil nur einmal in der Woche dort bin. Gemüse braucht aber mehr Aufmerksamkeit. Am Haus habe ich versucht, ein wenig Gemüse in Gefäßen anzubauen… bin aber leider gescheitert! Entweder bekam es irgendwelche Schädlinge oder es wuchs einfach nicht… alles in allem kein Erfolg. Ich habe dann irgendwann entnervt aufgegeben. Schade!
    Viele Grüße von
    Margit

  3. Vielen Dank für die tollen Tipps! Mich fuchsen im Moment einige Paprikasamen. Sie wollen einfach nicht aufgehen.

    LG Kathrin

  4. Hallo Carina und Petra,
    früher hatte ich einen großen Gemüsegarten, heute nur noch ganz klein, da gibt's nicht viel zu Planen. Manchmal, wenn ich diesen Beitrag hier lese z.B., vermisse ich ihn. Die Sprossenzucht am Fensterbrett betreibe ich aber immer sehr gerne. Auch mit Kräutern klappt es gut. Ich wünsche Dir ein erfolgreiches Gartenjahr mit reichlich Ernte.
    Alles Liebe
    Monika

  5. Super Tipps für den Gemüseanbau! So kann man sich auf eine gute Ernte einstellen. Ich selber habe nur einen Kräutergarten, der mir aber auch viel Freude macht.
    Liebe Grüße
    Loretta

  6. riitta k

    Good tips & colorful photos. I have it like Loretta: only a herb garden but pick there daily flavors to my kitchen. Still a lot to use in the freezer. Happy planning!

  7. Ihr steckt ja schon mächtig in der Planung! So weit bin ich mit dem Gemüsegarten und seiner Planung noch nicht. Das geht meist eher spontan, muss ich gestehen. Aber frische Sprossen stehen bei mir auch auf der Fensterbank. Ein bisschen Grün braucht man ja.
    LG und ein schönes Wochenende
    Melanie

  8. Perlenkuchen

    Liebe Carina und Petra!
    Man spürt schon richtig eure Freude 🙂 Ihr habt alles geschrieben, mir fällt dazu nichts mehr ein 😉
    Ich kann es auch kaum abwarten, bei uns liegt noch Schnee aber ich hoffe, daß es bald los geht.
    Ich schicke Euch ganz liebe Grüße und wünsche Euch beiden noch einen schönen Sonntag!
    Andrea

  9. Sigrid Pulido

    Danke für den Tip mit der Keimprobe. Das wusste ich bisher noch nicht.
    Bevor's bei uns mit dem Gemüseanbau losgeht, muss ich allerdings bis mindestens Mitte März noch warten.
    LG Sigrid

  10. Claudia

    Danke für diesen tollen Post zum Gemüseanbau!
    BEi uns ist dieses JAhr Pause, das Hochbeet muss erst neu gestaltet werden, und ih hätte auch gern einen festen Boden darunter, denn im alten kamen immer die Nacktschnecken durch …*seufz*
    Auf der Terrasse habe ich Töpfe mit Kräutern, Tomaten und Chilis, und ab und zu auch Topf-Kopfsalat ;O)
    ღ Ich wünsche Dir einen guten Start in die neue Woche ღ
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

  11. Liebe Kathrin,
    mir ist es letztes Jahr genau so ergangen. Keine Ahnung was mit den Paprikasamen los ist, ich dachte, dass sie – so wie Tomatensamen – mindestens 3-5 Jahre gut keimen. Vor lauter Warten habe ich erst Ende April neue gezogen und bin im Mai mit sehr mickrigen Pflänzchen da gestanden.
    Daher habe ich diesmal eine Keimprobe gemacht und neues Saatgut gekauft. Grundsätzlich sollte es diesmal klappen. Mit Paprika und Tomaten starte ich allerdings erst im März. Leider habe ich nicht so ein tolles Gewächshaus wie du.
    Liebe Grüße,
    Carina

  12. Liebe Claudia,
    als Schneckenschutz kann ich dir ein Metallblech bestens empfehlen. Dieses kostet zwar etwas mehr als andere Schneckenzäune, aber durch die Abkantung nach unten ist es für Schnecken unmöglich ins Beet zu gelangen. Auf dem Bild oben mit den Hochbeeten siehst du wie es aussieht. Wir haben diese Metallbleche gleich beim Aufbau unserer Hochbeete mit montiert und hatten in den letzten Jahren nur 2 Schnecken im Beet, deren Eier wahrscheinlich schon in der Erde waren.
    Mit deinen Topfpflanzen auf der Terrasse wünsche ich dir jedenfalls viel Erfolg!
    Eine schöne Woche und liebe Grüße,
    Carina

  13. Rostrose

    Zunächst einmal herzlichen Dank für deinen lieben Besuch beim Rostrosen-Blog, liebe Carina! Und nun möchte ich euch noch sagen, dass mich dieser Beitrag ziemlich begeistert, da ich heuer unbedingt vorhabe, mehr Gemüse anzubauen als bisher. Habt ihr nicht Lust, diesen Beitrag bei meiner Aktion ANL zu verlinken? Das Linkup gibt es ab 14.1. in meinem Blog, es geht dabei um Achtsamkeit, Nachhaltigkeit und Lebensqualität in ALLEN Lebensbereichen, ob das nun Garten, Einrichtung, Kleidung, Hobby etc. betrifft – mehr darüber könnt ihr HIER lesen: http://rostrose.blogspot.co.at/2016/01/die-spielregeln-von-anl-in-aller-kurze.html
    Ich würde mich freuen, wenn ihr dabei seid – auch mit anderen passenden, gerne auch älteren Beiträgen!
    Herzliche Rostrosenmontagsgrüße,
    Traude

  14. niwibo

    Hallo Ihr Beiden,
    das hört sich alles super gut an.
    Die Idee mit den Sprossen werde ich am Wochenende umsetzen. Das geht schnell und ein wenig Frische aufs Brot ist doch auch lecker.
    Habt einen schönen Tag und lieben Gruß
    Nicole

  15. Oh, das ist ein toller Blog. Habe ihn gerade durch Zufall entdeckt. Ich freue mich auch schon auf die neue Saison. Leider habe ich nur wenig Platz aber die eigene Ernte ist einfach etwas ganz besonders.
    Ich freue mich schon auf viele weitere Tipps!
    LG Natascha

  16. Izabella

    Liebe Carina und Petra,
    Ich finde eure Tipps wirklich super! Ich beneide euch schon ein wenig darum, dass ihr mehrere Hochbeete habt 🙂
    Viele Grüße, Izabella

  17. Hallo!

    Bei den derzeitigen Temperaturen und bei dem Licht wollen sogar meine Sprossen nicht so richtig anwachsen. Selbst die Kresse lässt sich bitten. Aber es ist definitiv Zeit um zu planen. Danke für die tollen Tipps!

    lg
    Maria

  18. Amely

    Hallo Carina und Petra, danke für den interessanten und informativen Beitrag! Ich habe auch mit dem Mulchen bei Gemüse gute Erfahrungen gemacht. Habe aber immer nur mit Rasenschnitt gemulcht, da wir keinen Häcksler oder so haben. Außerdem hatten wir viele Wildbienen und Hummeln, die die Blüten bestäubt haben und für eine ertragreiche Ernte gesorgt haben.
    Vielleicht habt ihr ja mal Lust, freitags an meiner Linkparty zur naturnahen Gartengestaltung teilzunehmen? Weitere Infos findet ihr hier:
    http://www.pfauen-auge.de/naturnahe-gartengestaltung/
    LG Amely

  19. Hallo, Gründünger-Pflanzen beschatten den Boden, der nicht so schnell austrocknet und damit bei Platzregen besser saugfähig ist. Die Wurzeln lockern den Boden, womit er auch saugfähiger wird. Das sind neben der Lufterosion Gründe, warum auch Landwirte auf großen Flächen Gründünger säen. Pflanzen halten Boden und Wasser besser fest.

  20. Liebes Gartenfaultier,
    eben viele gute Gründe Gründünger-Pflanzen zu säen! Letztes Jahr haben wir es leider verabsäumt, aber am Ende dieser Gartensaison werden wir uns jedenfalls mit der Gründüngung beschäftigen.
    Liebe Grüße,
    Carina und Petra

  21. Amely

    Ich freue mich sehr, dass ihr diesen Beitrag bei mir verlinkt habt! Vielen Dank dafür!
    Liebe Grüße,
    Amely

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